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Die Visitenkarte


Das Café


Die Mode



Mon Ami

Mo-Sa 18-1 Uhr, www.monami.at


Seine Vergangenheit als "Hunde und Katzen Wellness und Schönheitspflegeinstitut" merkt man dem Mon Ami in der Theobaldgasse nicht mehr an. Nur den schön geschwungenen Namenszug über dem Eingang haben die jetzigen Betreiber für ihr Café mit angeschlossenem Modeatelier übernommen.

Zur Behübschung von Hunden und Katzen allein wäre das Mon Ami auch viel zu schade. Wie zu Hause im Wohnzimmer können die Besucher im vorderen Bereich des Ladenlokals auf gemütlichen Sofas abhängen. Mit dem kleinen Unterschied, dass man sich daheim den Kaffee selbst kochen und servieren muss und den köstlichen Pinkafelder Traubensaft vermutlich auch nicht immer vorrätig hat. Ganz zu schweigen von den Süßigkeiten, die man sich aus einem alten Bahnhofsautomaten ziehen kann.

Abwechslungsreich geht es im zweiten Teil des Mon Ami weiter: Das Modeatelier im hinteren Bereich des Lokals dient 11 heimischen Jungdesignerinnen als Präsentations- und Verkaufsfläche. Während der Café-Öffnungszeiten können hier unter anderem die Kollektionen von Anzüglich, Lila, Julie Strom, Babacool, Leskohut, Mija T. Rosa, Saperlipopette und Ulliko erstanden werden.

Zwischen Café und Atelier hat sich außerdem die Musikplattform Phonoment einquartiert, die das Mon Ami mit ihrem Internetradio beschallt und Tracks österreichischer Künstler zum Download auf CD, USB-Stick oder PDA, anbietet. Da kann man sich dann zur Melange nicht nur ein Kipferl, sondern auch noch drei Songs mitnehmen...

Claudia Hubmann



Das Lokal, ungefähr von außen


Die Vergangenheit, eingeäschert


Die Gegenwart, frisch gebacken



werkzeugH

tägl. 16-1 h, werkzeugH


Das Spiel mit dem Namen kennt man aus Berlin. Wird ein leer stehendes Geschäftslokal neu genutzt, bleibt die ursprüngliche Funktion oft in der neuen Bezeichnung erhalten. So auch beim werkzeugH in der Schönbrunnerstraße, das früher einmal Huber Werkzeug hieß und Arbeitsutensilien aller Art verkaufte.

Jetzt ist der Schraubenschlüssel nur noch im aktuellen Lokallogo zu sehen, denn ab sofort stehen im werkzeugH zwei ganz andere Dinge auf dem Programm: Essen und Diskurs.

Weil sich mit leerem Magen schwer denken lässt, gibt es ab sofort täglichen Kaffeehausbetrieb von 16 Uhr bis 2 Uhr früh, mit Nachschlag à la Berlinoise sowie wechselnden Hauptgerichten. Der Speiseplan ist übrigens über die Kreidetafel-Webcam einsehbar. Soll sich nachher ja keiner beschweren, dass er Stangensellerie nicht mag und von Rotkraut immer so komisch aufstößt.

Den Diskursbereich übernimmt die so genannte Do-it-yourself-Academy. In unregelmäßigen Abständen wird eine Ecke des Lokals abends mit mobilen Sitzmöbeln versehen und zur Wissensvermittlung in Sachen Architektur, Journalismus oder Typographie genutzt.

Claudia Hubmann